Tag 90-107: Eeeendlich bin ich in Alytus:

Donnerstag, 15.11.2012

Hach ja, es ist nun schon mehr als 2 Wochen her seitdem ich in Alytus bin und ich muss sagen, es gefällt mir echt gut Lächelnd.

Ich war total erleichtert, als ich mich am Montag vor zwei Wochen endlich von Elena verabschieden konnte. Auch zur Verabschiedung musste sie mir wieder einen Vortrag halten, worum es da ging? Keine Ahnung, ich habe auf Durchzug geschalten, was bei der Frau auch wirklich am Besten ist. Als wir dann endlich los konnten war ich echt froh. Firat durfte mich mit dem DRK-Bus bis nach Alytus fahren, da ich so viel Gepäck hatte. Endlich in Alytus beim Roten Kreuz angekommen wurden wir ganz lieb von Roma (meiner Ansprechpartnerin) und Rita (ihrer Mitarbeiterin) begrüßt. Wir bekamen gleich Tee und Schokolade und redeten ein bisschen mit ihnen. Dies war allerdings gar nicht so einfach, da Roma so gut wie kein und Rita ein wenig deutsch kann (inzwischen kann man sich aber mit Rita ziemlich gut unterhalten). Nach einer Weile fuhren wir dann ins Reha-Zentrum, wo ich das Jahr über wohnen werde. Ich wurde auch gleich dem Direktor des Zentrums und der Buchhalterin des Roten Kreuzes vorgestellt. Dann bekam ich mein Zimmer gezeigt. Es ist wirklich sehr schön. Ich habe zwei Betten, die ich gleich zu einem Doppelbett zusammen geschoben habe, einen TV (der bisher noch nicht funktioniert, da erst noch ein Digitalreceiver gekauft werden muss), einen Kühlschrank, Mikrowelle, … und ein eigenes Bad. Ich fühle mich inzwischen auch ziemlich wohl in meinem Zimmer, nur nachts finde ich es immer noch ein wenig gruselig, da ich scheinbar die Einzige bin, die hier wohnt, oder zumindest kommt es mir so vor, da ringsum alles dunkel ist. Vom Reha-Zentrum ist es leider auch ein bisschen weit bis ins Zentrum. Aber zum Glück fahren von der Straße vorn (ungefähr 1km von Reha-Zentrum entfernt) Minibusse. Wie lange abends weiß ich ehrlich gesagt nicht. Am Plan steht bis 23.00 Uhr, aber Karen meinte, dass nur bis 18.00 Uhr Busse fahren und das gleiche sagte auch Herr Nowack. Als ich ein Mädchen von hier fragte, meinte sie, dass wüsste sie nicht, sie denkt aber bis 19.00 Uhr. Aber zugegebener Maßen finde ich es auch ziemlich gruslig im Dunkeln von der Straße zum Reha-Zentrum zu laufen, da es Mitten in einem teils verfallenen Industriegebiet liegt. Bisher wurde ich abends aber immer von i.jemandem nach Hause gefahren, wenn ich mal abends länger weg war. Ansonsten holt mich Roma jeden Morgen zur Arbeit ab und bringt mich auch wieder Heim. Die Arbeit ist bisher noch nicht wirklich anspruchsvoll und ich habe viel Freizeit. Ich muss höchstens Mal eine Liste schreiben oder Lebensmittelrationen für die Lebensmittelverteilungen zusammenstellen. Jeden Donnerstag fahr ich mit Roma zu Supermärkten und sammele die Lebensmittel ein, um sie dann am Nachmittag an Bedürftige zu verteilen. In der kommende Woche telefoniert Roma mit den verschiedenen Stellen, also Krankenhaus, Babyhaus, Reha-Zentrum usw. Und wenn sie weiß, wo ich noch überall arbeiten kann, stellen wir einen Plan auf, an welchem Tag ich wo arbeiten werde. Ansonsten lerne ich vormittags meistens mit Rita litauisch und sie von mir deutsch, aber das ersetzt natürlich keinen Sprachkurs. Leider will mir das DRK aber auch keinen Sprachkurs bezahlen, obwohl ich den dringend benötige. Und eigentlich dachte ich bisher auch immer, dass die Entsendeorganisation dafür verantwortlich ist ihre Freiwilligen entsprechend und bestmöglich auf das Jahr vorzubereiten und dass dazu eben auch ein Sprachkurs zählt. Naja gut, wieder was gelernt.

Gleich in meiner ersten Woche hier, also an dem Dienstag vor 2 Wochen, habe ich vier Jugendliche des Jugendrotkreuzes kennengelernt. Ich habe mich gleich mit zwei von ihnen am Freitag der selbigen Woche getroffen. Es war ziemlich gut. Ich habe mich erst mit Toma getroffen, wir sind in ein Kaffee und haben uns echt gut (auf Englisch) unterhalten, dann kam Aurelija dazu und brachte noch zwei Freunde mit (ein Mädchen mit ihrem Freund). Mit ihnen bin ich dann zu dem Jungen nach Hause gefahren und wir haben noch eine Runde Billard gespielt. Letzte Woche bekam ich dann auch die Einladung zu Toma’s Geburtstagsparty, die am Samstag satt fand. Ich durfte dazu auch Firat mitbringen. Die Party war echt gut und auch voll russisch. Am Anfang wurde viel gegessen und getrunken und dann getanzt. Ich muss zugeben, dass ich wohl etwas zu viel getrunken habe. Ich bin eben doch bei weitem (zum Glück oder eben auch nicht) nicht so trinkfest wie die Litauer. Aber ein was habe ich so auch für die Zukunft gelernt, weniger zu trinken, besser gesagt, weniger Vodka zu trinken. Seit Sonntag oder Montag bin ich jetzt Krank. Sonntag dachte ich, ginge es mir nicht so gut wegen dem etwas zu viel getrunken, aber da es Montag immer noch nicht besser war (mir ist die ganze Zeit schwindlig) dachte ich, es könnte an meinem vielleicht zu niedrigem Blutdruck liegen. Da ich aber leider meine Tropfen nicht mit habe, konnte ich demzufolge auch nicht testen, ob es wirklich der Blutdruck ist. Heute war Roma da und hat meinen Blutdruck gemessen. Sie meinte, dass der Blutdruck normal ist. Nun weiß ich auch nicht mehr weiter. Morgen soll ein Arzt kommen. Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es aber trotzdem der Blutdruck, ich weiß es nicht. Ich hoffe der Arzt kann mir morgen genaueres sagen.

Am Dienstag wurde ich dann von Toma und Aurelija zu i.einer Geburtstagsparty für nächsten Freitag eingeladen. Ich habe die Einladung natürlich gerne angenommen. Nur trinken werde ich da garantiert nix. Soweit lernfähig bin ich schon.

Am 01. Dezember dann fahr ich gemeinsam mit Aurelija, ihrem Freund Aljus und Firat nach Vilnius zu einem Kongress der zum AIDS-Tag stattfindet. Mal sehen wie das wird. Ich freue mich auch schon drauf. In zwei Wochen allerdings fahre ich erst einmal am Wochenende ins Kinderheim um die Kinder zu besuchen und mit ihnen über Weihnachten zu reden und das Geschenk meiner Momy an sie, einen Weihnachtskalender, zu überreichen. Ich hoffe sie freuen sich.

So, dass soll es erst ein mal wieder von mir gewesen sein. Bis demnächst wieder Zwinkernd.