Berichte von 12/2012

Tag 108-124: Langsam wird die Sehnsucht nach zu Hause unangenehm!

Sonntag, 02.12.2012

So in den letzten drei Wochen ist echt eine ganze Menge passiert.

Angefangen damit, dass ich erst einmal 1,5 Wochen krank war. Wie schon im letzten Blogeintrag geschrieben, war mir immer schwindelig. Der, wie zu erst von mir vermutet, zu niedrige Blutdruck war es nicht. Roma brachte mir ein Blutdruckmessegerät mit und mein Blutdruck war normal. Am Montag der darauffolgenden Woche sind wir dann zum Arzt gegangen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir aber auch schon wieder besser. Die Ärztin konnte auch keine Ursache finden. Sie verschrieb mir Tabletten auf, die die Durchblutung fördern sollen. Ich habe keine Ahnung was die Ursache des Schwindels war, aber auf alle Fälle ging es mir dann nach ein paar Tagen wieder besser und ab Donnerstag bin ich wieder arbeiten gegangen.

Letztes Wochenende war ich im Kinderheim in Koncepto kaimas. Die Kinder haben sich echt ganz sehr gefreut mich wiederzusehen und ich habe mich natürlich auch ziemlich gefreut. Ich habe den Kindern dann auch noch die Adventskalender überreicht, die Mama für sie gekauft hat. Ich habe ihnen erklärt, was der Adventskalender bei uns für eine Bedeutung hat und das jedes Kind so einen hat und so weiter. Es durfte sich jedes Kind eine Kalender aussuchen. Manche haben ihn sogleich in ihrem Zimmer aufgehängt. Abendbrot gegessen haben wir auch noch mit bei den Kindern. Am Sonntag bin ich mit Firat nach Kaunas, wieder einmal ins Akropoliscenter gefahren. Doch diesmal hatten wir nicht so viel Zeit, da ich schon 14.40 Uhr mit dem Bus zurück nach Alytus zurück gefahren bin, um noch im Hellen im Reha-Zentrum anzukommen. So gingen wir nur in wenige Geschäfte und dann gleich Mittagessen. Obwohl ich nicht so lange bei Firat war, war es trotzdem sehr, sehr schön. An dem Freitag war ich noch bei Ernestas Geburtstagsfeier. Wir trafen uns alle im Blumenladen von Ernestas Mutti, bereiteten alles vor und schmierten Schnitten und alles. Ernesta wusste gar nicht, dass wir etwas geplant haben und ist nur unter einem Vorwand ihrer Mutter zu dem Laden gekommen. Wir fuhren dann alle zusammen zum Nemunas (Fluss der durch Alytus fließt), dort zündeten wir Kerzen an und stießen mit Sekt an. Dann bekam Ernesta ihr Geschenk und anschließend liesen wir noch so eine Art Ballon (so aus Krepppapier und dann zündet man unten etwas an und dann steigt der Ballon auf) steigen. Dann fuhren wir wieder in den Laden ihrer Mutter und aßen und tranken etwas und spielten Spiele und unterhielten uns. Leider habe ich so gut wie nichts verstanden, da nur litauisch gesprochen wurde. Anschließend wollten wir noch in eine Bar gehen, aber da diese so voll war, gingen wir zu einer anderen, die aber leider auch keinen Platz mehr für uns hatte. Am Schluss landeten wir dann bei Chilli-Pizza, was aber nicht schlimm war, da es dort auch super Musik gab. Immer zwei teielten sich eine Pizza und die Stimmung war echt gut. Wir hatten eine Menge Spaß. 

Letzte Woche musste ich gleich zwei Rückschläge einstecken. Den einen brachte mir die Fahrschule, den anderen der Sprachkurs. Zu erst aber zur Fahrschule. Da ich ja, wenn ich im Dezember Heim komme, dann gleich meine Fahrprüfung habe, wollte ich mir hier in Alytus bei einer Fahrschule noch ein paar Fahrstunden nehmen, damit dann nichts mehr schief gehen kann. Rita kümmerte sich auch voll lieb um alles. Sie rief verschiedene Fahrschulen an. Erst hieß es, ich brauche ein Gesundheitszeugnis, bevor ich fahren darf. Dann nach ein paar telefonaten meinte Rita, wenn ich bei einer privaten Fahrschule fahren würde, bräuchte ich sowas nicht. Ein paar Tage später dann sagte mir Rita, dass ich leider nun doch, bevor ich fahren könnte, das Gesundheitszeugnis bräuchte, eine Übersetzung meiner theoretischen Prüfung und noch i.welche Dokumente. Da es aber in der Kürze der Zeit, die ich noch hier bin, bevors Heim geht, nicht mehr schaffbar ist, klappt es leider nicht, dass ich mir hier noch ein paar Fahrstunden nehme. Ich hoffe die paar Stunden, die ich noch vor der Prüfung habe reichen. Das nächste Problem, der Sprachkurs. ich habe mich im Internet zu Sprachschulen in Alytus erkundigt. Ich habe auch sehr schnell eine gefunden gehabt. Der Preis schien mir auch Ok. Für 2 Monate Sprachkurs hätte ich nur 300Lt, also noch nicht einmal 100€ bezahlen müssen. Das klang für mich eigentlich voll in Ordnung und so ging ich dann am Donnerstag zu der Sprachschule um mich anzumelden. Die Frau dort erklärte mir aber, dass ich Einzelunterricht nehmen müsste und ich nur einen Sprachkurs Englisch-Litauisch machen könnte und nicht Deutsch-Litauisch und das eine akademische Stunde 50Lt kostet, ich aber ungefähr 20 Stunden bräuchte. Da wären wir also bei 1100Lt, was mehr als 300€ wären. Und das war mir eindeutig viel. Ich entschloss mich daraufhin gegen einen Sprachkurs, da ich ja litauisch nach dem Jahr eh nicht mehr brauchen werde, da es keine Weltsprache ist. Nun versuche ich mir selbst litauisch beizubringen, was aber nicht von Erfolg gekröhnt sein wird, da ich immer, wenn ich nachmittags nach Hause komme, keine Lust mehr zum Lernen habe.

Jetzt das Wochenende war Firat wieder bei mir. Er kam Freitagabend. Gestern waren wir mit Aurelija und Alius bei der Jahresversammlung der Jugendrotkreuzgruppen. Es war ziemlich interessant, nur leider nach einiger Zeit auch langweilig, da wir ja überhaupt nichts verstanden haben. Und dann surprise, surprise sollten Firat und ich uns und unsere Arbeit noch vorstellen. So aus dem Stegreif wusste ich gar nicht was ich sagen sollte. Aber da Firat gut angefangen hat, habe ich dann auch mehr erzählt, als ich ursprünglich vor hatte. Danach sind wir dann noch alle zusammen ins Aktopolis-Center gefahren. Der Weg dahin war schon abenteurlich. Wir standen erst an einer Haltestelle, da half uns dann aber zum Glück ein Junge weiter und sagte, wir müssten zu einer anderen Haltestelle in die nächste Straße. Dort angekommen, fanden wir auch schnell einen Bus. In den stiegen wir auch ein, aber auf einmal hielt der Bus i.wo zwischen Hochhäusern  an und alle stiegen aus. Endhaltestelle. Wir hatten keine Ahnung wo wir waren und wohin wir müssen. Also gingen wir zur nächsten Bushaltestelle und schauten nach, wann der nächste Bus kommt bzw. ob von dort überhaupt einer zum Akropolis-Center fährt. Dort wiederrum half uns eine ältere Frau weiter. Sie meinte, wir müssen die Straße weiter hinunter laufen und bei der nächsten Bushaltestelle halten gleich zwei Busse die zur Akropolis fahren. Dies war glücklicherweise auch der Fall und nach einer weiteren Busfahrt waren wir dann endlich da. So viel Zeit hatten wir dann dort aber auch wieder nicht, da uns Rita (die uns extra nach Vilnius gefahren hatte, ist eine Mitarbeiterin im Roten Kreuz) dann auch schon wieder gegen 18.00-19.00 Uhr abholen wollte. Also schlenderten wir ein wenig umher und aßen noch Pizza. Firat ist dann heute morgen wieder gefahren, so dass ich den Sonntag mit spazieren gehen und sauber machen verbrachte. 

Ich bin echt so, so froh, dass ich in 11 Tagen endlich Heim kann. Besonders jetzt in den letzten Tagen habe ich schon ganz schön sehr Sehnsucht nach Hause. Ich kanns kaum noch abwarten am 13.12. das Flugzeug gen Heimat zu besteigen.

Die Jahesversammlung des Jugendrotkreuz. Ich mit der schicken Mütze von Fränze und Nico in der Öffentlichkeit, in dem Fall in Vilnius im Akrpolis-Center. Aurelija mit ihrem Freund Alius. A last picture of me and Firat. Ich habe mal beim Spazieren gehen ein paar Bilder von meiner Umgebung gemacht. Hier ist das Industriegebiet zu sehen in dem das Reha-Zentrum liegt, in dem ich wohne. Das Reha-Zentrum. in einem angebauten Neubau beifindet sich mein Zimmer. Das Fenster ganz rechts ist meines.