Tag 170-254: Endlich vernünftige Arbeit, ein einsamer Geburtstag und Fränzes Trip to Lithuania :).

Mittwoch, 10.04.2013

So, ich böses, böses Kind habe mich seit 3 Monaten nicht mehr gemeldet, aber i.wie hatte ich mal überhaupt keine Lust einen Bericht für euch zu schreiben. Ich weiß, ich weiß, bei meiner unmengen an Freizeit müsste ich eigentlich froh sein über jede Art der Beschäftigung, aber naja, ... Zum Schreiben muss man in der richtigen Laune und Stimmung sein und nur, wenn die Gedanken fließen wirds auch was anständiges ;).

Ich beginne mal mit der Arbeit. Arbeitsmäßig hat sich in den letzten Monaten echt was getan. Ich abeite nun im Babyhaus und die Arbeit dort macht mir auch echt richtig Spaß. In meiner Gruppe sind 9 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Monaten. Anfangs waren es, bis vor 2 Wochen, noch 10 Kinder, aber eines durfte inzwischen wieder zu seiner Mutter, da diese nun Clean ist. Man kann sich das ganze dort wie in einer Kindergrippe vorstellen, nur dass die Kinder abends ebend nicht mit den Eltern nach Hause gehen, sondern immer dort sind. Der Tagesablauf ist auch immer der Selbe. Die kleinen Racker stehen um 8.00 Uhr auf, dann spiele ich mit ihnen, oder kuschel oder eben i.was der Gleichen. Gegen 9.15 Uhr gibt es den Frühstücksbrei und danach gehen sie schlafen. In der Zeit mache ich das Spielzeig sauber und Staubsauge. Wenn alle angefallenen Arbeiten erledigt sind habe ich Pause und kann machen was ich will, meistens Tee trinken und lesen, sowie Mittagessen gehen. Dann gegen 12.30 holen wir die "großen" Kinder der Gruppe aus dem Bett, füttern sie und setzen sie auf's Töpfchen, danach holen wir die kleineren Kinder. Dann wird wieder gespielt und gegen 14.00 Uhr bekommen die kleineren ihren Mittagsbrei. Wenn schönes Wetter ist gehe ich mit den Kindern nach draußen. Dadurch, dass sie einen Zwillingswagen haben, können immer 2 Kinder für 15-20 Minuten raus. Bei schlechtem Wetter wird einfach weitergespielt. Und gegen 15.00 Uhr bekommen die größeren nochmal eine Art Vesper und danach gehen alle Kinder schlafen und ich kann gegen 15.30 Uhr nach Hause gehen. Von den Arbeitszeiten her ist es wirklich sehr gechillt. Vor allem besonders schön an meiner Arbeit finde ich zu sehen, wie schnell die kleinen sich entwickeln, wie sie anfangen zu stehen, zu grabbeln, dann zu laufen und zu "reden". Echt ziemlich beeindruckend. Ungefähr vier Kinder (die größeren der Gruppe), konnten am Anfang, als ich in die Gruppe gekommen bin, noch nicht laufen, gerade einmal grabbeln, wenn überhaupt. Und jetzt können sie schon laufen (zwar nur an der Hand, aber immerhin) und auch, wenn ich die Bilder von damals und heute vergleiche, sieht man wie groß die geworden sind. Vor allem besonders gut bei meinem Lieblingsbaby zu sehen. Hahaha, ja, dass mit dem Lieblingsbaby ist auch so eine Sache. Wahrscheinlich habe ich es anfangs doch ein wenig zu viel betütelt, naja, jetzt schein ich auch ihre Lieblingstante/betreuerin geworden zu sein. Denn immer wenn ich frühs auf Arbeit komme oder sie aus dem Bettchen hole strahlt sie mich an. Wenn ich sie einmal im Arm habe/auf dem Schoß, kann ich sie nicht mehr absetzen, denn dann fängt sie sofort an zu schreien und will wieder zu mir. Naja, eigentlich macht es mir ja nichts aus sie die ganze Zeit zu haben, aber ich muss mich ja auch noch um die anderen Kinderchen kümmern. Ein bisschen kompliziert ist es manchmal schon, wenn zwei oder drei Kinder gleichzeitig schreien, ich setzte sie ab, um ein oder zwei von den schreienden zu nehmen und dann beginnt sie auch mit schreien. Oder alleine auf dem Töpfchen sitzen ohne mich mag sie auch nicht. Was solls, ich finde sie trotzdem mega süß, sowie die anderen Kinder natürlich auch. Ich glaube auch, dass ich den Betreuerinen dort schon eine Hilfe bin, denn sie lassen mich häufig mit den Kindern alleine im Zimmer und erledigen dann andere Sachen.
Ich würde euch ja gerne ein paar Bilder aus dem Babyhaus zeigen, aber aus rechtlichen Gründen ist es für mich ratsam, dass zu unterlassen ;).

In meiner Freizeit schaut es nun teils, teils besser aus. Ich gehe zwei bis drei Mal die Woche ins Fitnessstudio. Das macht mir auch ziemlich Spaß und der ganze Nachmittag ist damit gut ausgefüllt. An den Wochenenden habe ich allerdings immer noch nicht so sonderlich viel mehr zu tun. Anfang des Jahres war ich ungefär 3 bis 4 Sonntage bei einer litauischen Familie zu Besuch. Nun allerdings seit ungefähr 6-7 Wochen auch nicht mehr. I.wie ganz komisch. Ich hatte dort noch mit übernachtet und dann die nächsten Wochenenden hatten sie keine Zeit oder haben sich vorher trotz SMS-Anfrage von mir nicht mehr gemeldet. Mal sehen ob es noch mal klappt mich mit ihnen zu treffen. Mit Toma und Aurelija treffe ich mich auch nicht mehr als 3 Mal im Monat. Da sie in die 12. Klasse gehen und auch jede von ihnen noch einen Freund haben, sind sie damit genug beschäftigt. Aber wir waren ein paar Mal zusammen im Club oder haben uns einen schönen und gemütlichen Nachmittag bzw. Abend zusammen gemacht. Zu meinem Geburtstag waren wir erst in einer Bar und sind dann in einen Club. Dieser Club hatte mir aber überhaupt nicht zugesagt, dort war es total kalt, es war nichts los und dazu auch noch schlechte Musik. Naja, dafür war es vorher in der Bar umso besser. Am Geburtstagsmorgen haben ich mit verschiedenen Leuten geskypt. Erst Oma und Opa, dann Nico und Fränze, am Nachmittag dann mit meinem Onkel und Cousinen sowie mit meinen Eltern und Susann. Somit habe ich den Tag ganz gut rumbekommen, obwohl ich mich schon ziemlich einsam gefühlt habe und Geburtstag zu Hause definitiv tausend Mal besser sind. Aber ich habe das Beste draus gemacht.

(Besuch von Fränze jetzt nur in der Kurzfassung, wer einen ausführlicheren Bericht wünscht oder noch Fragen hat, soll mich oder Fränze persönlich anschreiben ;) ).
Dann endlich, am 13. März, ist meine liebe Fränze bei mir in Litauen eingetroffen. Ich habe sie in Vilnius vom Flughafen abgeholt und wir sind dann gemeinsam nach Alytus gefahren. Zum Abendbrot habe ich feine Pelmeni für Fränze gemacht, als Belohnung für das feine Abendessen gab es Geschenke von Fränze für mich ;). Am nächsten Tag, einem Donnerstag, ist Fränze mit ins Babyhaus gekommen und war ganz begeistert. Fränze hat auch gleich alles mitgemacht, vom spielen, übers füttern bis zum umziehen und ins Bettchen bringen. Am Nachmittag waren wir noch in der Stadt und haben Blynui (Pancakes) gegessen. Am Freitag ging es dann endlich nach Palanga an die Ostsee. Die Fahrt war recht entspannt. Wir sind erst mit einem Bus von Alytus nach Kaunas und gleich in einen Anschlussbus. Das coole an diesem Bus, der dann direkt weiter nach Palanga fuhr, war, dass es ein Doppeldeckerbus war und wir ganz oben, ganz vorne saßen und dadurch einen 1A-Panoramablick hatten. Somit vergingen die 4h im Bus auch wie im Flug. Angekommen in Palanga sind wir erst einmal fein Mittagessen gegangen. Und wie sollte es am Meer anders sein, natürlich gabs Fisch für uns. Anschließend gings ins Hotel und sofort an den Strand. Heeeerrlich sag ich euch. Total schön. Nachdem wir einen wundervollen Sonnenuntergang bestaunt haben ging es zum Abendessen in ein tolles Restaurant, was dann auch zu unserem Stammrestaurant für die Zeit in Palanga wurde. Das tolle an Litauen ist nämlich auch, dass das Essen im Restaurant extrem günstig ist, aber trotzdem qualitativ Hochwertig. Am Samstag sind wir frühs sofort wieder zum Strand und das krasse war, vorne die Küste war plötzlich über Nacht komplett eingefroren. Krass. Es sah besonders aus, aber uns beeindruckte auch wie schnell das mit dem zufrieren ging. Anschließend gings ins Bernsteinmuseum und zum Mittagessen. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir wieder komplett am Strand. In den Dünen (schön windgeschützt) haben wir es uns mit geräuchertem Fisch und einem Buch gut gehen lassen. Fränze hatte grandioser Weiße daran gedacht, ihren Drachen von zu Hause mitzubringen und so konnten wir Drachen steigen lassen. Abends gings dann wieder ins Restaurant. Schon Freitag hatten wir die fixe Idee noch einen Tag, bis Montag, zu verlängern, was wir dann Samstag schließlich auch taten. Somit hatten wir noch einen ganzen Tag mehr und sind deshalb Sonntag nach Klaipeda gefahren. Sind ein bisschen zum Hafen, haben uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angesehen und sind dann gegen 15.00 Uhr wieder zurück nach Palanga gefahren, da wir Sehnsucht nach dem Meer und Strand hatten. Am Montag ging es dann noch mal an den Strand, bevor wir dann leider am späten Nachmittag nach Hause/Alytus fahren mussten, wo wir dann auch gegen 21.00 Uhr ankamen. Noch im Bus nach Alytus rief Roma an un sagte uns, dass wir die ganze Woche über frei hätten. Hätte sie uns das eher gesagt, wären wir noch einen Tag länger geblieben. Naja, so haben wir dann die nächsten Tage immer schön ausschlafen können. Am Dienstag Nachmittag bin ich mit Fränze zusammen ins Fitnessstudio gegangen, die anderen sind wir, trotz das ich frei hatte, ins Babyhaus gegangen, weil Fränze das ja auch sehr gefallen hatte und wir sonst auch gar nicht gewusst hätten, mit was wir uns sonst beschäftigen sollten. Am Donnerstag Nachmittag, nach dem Babyhaus, sind wir einem Verkehrsschild gefolgt, welches einen Skilift ausschildert. Ehrlich gesagt, haben wir in diesem doch recht flachen Land nicht daran gedacht, dass es wirklich einen Skilift gibt und dazu noch so einen modernen. Nach gefühlten Stunden durch die Pampa haben wir den Skilift tatsächlich gefunden. Es war zwar nur ein kleines Hängchen, dafür mit modernster Technik ausgestattet. Da man dort auch Skier ausleihen konnte und die Preise dafür auch noch relativ preiswert waren, haben wir beschlossen Freitag Skifahren zu gehen. Es war wirklich richtig toll. Das erste Mal Skifahren in diesem Winter. Ich habe es sehr genossen. Abends hieß es dann leider schon wieder Sachenpacken, denn am Samstag ging es auf nach Vilnius, bevor Fränze dann am Montag wieder nach Hause flog. Am Samstag in Vilnius angekommen, haben wir unser Gepäck am Busbahnhof abgegeben und sind ein wenig in die Stadt rein gegangen. Nach dem Mittagessen haben wir unser Gepäck wieder abgeholt und sind mit einem Bus zu unserem Hotel gefahren. Nach kurzem ausruhen ging es gleich wieder weiter zum Sightseeing. Am Sonntagmorgen gingen wir wieder Richtung Zentrum/Altstadt. Und umso näher wir an die Altstadt kamen, destso mehr Menschen wurden es und es gab kleine Staus. Wir wunderten uns schon was los ist, denn am Straßerand wurden auch so Sträuche getrockneter Blumen verkauft, bis uns dann Einfiel, dass ja Palmsonntag war. Wir sind dann weiter hoch in die Altstadt zu einer Kirche und zum "Tor der Morgenröte". Es war alles voller Menschen. In die Kirche sind wir kaum noch reingekommen, weil diese so voll war. Spaßeshalber haben wir uns noch einen Gottesdienst mit angeguckt und wurden gesegnet. Anschließend sind wir Mittagessen gegangen und haben unseren Rundgang durch die Altstadt fortgesetzt. Abends waren wir dann noch in meinen lieblings Pub, wo es die weltbesten Fish & Chips gibt. Zum Abschluss grandioser 12 Tage haben wir uns noch einen Cider gekauft, den wir dann im Hotel getrunken/genossen haben. Montagmorgen mussten wir dann leider zum Flughafen und Fränze ist wieder nach Hause geflogen. Ich wurde allein zurück gelassen. Sehr traurig.

Ja, ein wenig kalt war es, aber wenn man schon mal am Strand ist muss man ihn auch mit den Füßen spüren ;). Haaaallöööööchen :) Ein kleiner Gruß von uns ;) Da war die Ostsee über Nacht einfach mal so eingefroren. Spuren im Sand ;). Fränzes schönster Schnappschuss :). Ein allerletzter Blick zurück zum Strand, bevor es wieder nach Alytus ging. Diese getrockneten Sträucher gab es überall am Straßenrand am Palmsonntag zu kaufen ;). Das Tor der Morgenröte. Fränze meinte, ich sehe aus wie ein Freiheitskämpfer, wenn ich das getrocknete Ding soo halte. Na gut, wenn sie meint ;). Der Ein-/Ausgang zu meinem Lieblingspub.

Aber ich bin ja zum Glück jetzt nicht mehr so lange alleine, denn nächsten Donnerstag kommt schon Macio zu Besuch und bleibt übers Wochenende. Und dann am 7. Mai hat sich schon meine Mutti angekündigt. Und dann, dann endlich gehts Heim, aber bis dahin werde ich noch hoffentlich schöne Tage hier verbringen. Ja, ja, ihr habt schon richtig gelesen. Ich komme am 16. Mai nach Hause, wen es imteressiert.

Tag 125-169: Wundervolles Heim kommen und traurige Rückkehr nach Litauen.

Dienstag, 15.01.2013

So, nun nach einer halben Ewigkeit melde ich mich auch mal wieder. Das lange ausbleiben eines neuen Eintrages hat zweierlei Gründe, zum einen hatte ich zu Hause, in meinen Augen, wichtigeres zu tun und zum anderen hatte ich bis letzten Sonntag kein Internet und habe heute mal endlich wieder Lust mich ausführlicher zu melden.

Meine Heimreise begann schon am 12.12.2012. Ich fuhr nachmittags nach der "Arbeit" mit dem Bus nach Vilnius, da ich dort im Flughafenhotel übernachten wollte. Ich bin aus dem Grund schon einen Tag eher gefahren, da man im Winter ja immer mit Schnellfällen rechnen muss und ich wollte kein vermeidbares Risiko eingehen meinen Flug auf i.eine Art und Weise zu verpassen. Da ich schon sehr zeitig in Vilnius war und ich keine Lust hatte ewig im Hotel rumzuhängen, habe ich mein Gepäck am Busbahnhof abgegeben und bin noch mal in die Stadt rein gelaufen. Bin ein wenig rumgeschlendert, habe noch einen Crepe gegessen und mich dann wieder auf den Rückweg zum Busbahnhof gemacht. Mit dem nächsten Flughafentransfer bin ich dann zum Flughafenhotel. Das Hotel war wirklich klasse und ich hab es sehr genossen nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder deutsches Fernsehen zu gucken. Am nächsten Tag dann habe ich gegen 12.00 Uhr ausgecheckt und bin rüber in den Abflugsterminal. Pünktlich um 14.55 ist das Flugzeug nach Franktfurt abgehoben und noch pünktlicher ist das Flugzeug dann in Frankfurt wieder gelandet. Nach einer kleinen Wartezeit und Terminalwechsel ging es dann nach Dresden weiter. Die Freude da endlich meine Familie wieder zusehen war im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich. Wir sind dann zu meiner Oma und meinem Opa Abendbrot essen gefahren. Und auch da war die Wiedersehenfreude natürlich rießig. Das Wochenende mit meiner Familie habe ich mehr als genug genossen. Ich habe gleich noch das Plätzchenbacken nachgeholt, was die anderen, ohne mich, schon traditionell am Buß und Bettag gemacht hatten. Am Samstag Nachmittag kamen dann meine beiden Großeltern zum Kaffeetrinken. Es war wirklich richtig schön, alle wieder um mich zu haben.

Am Montag bin ich dann gleich mit dem ersten Zug um 05.30 Uhr nach Aalen zum Seminar gefahren. Es war echt schön, die andern mal wieder zu sehen und zu hören wie es ihnen in der Zwischenzeit so ergangen ist. Trotzdem war ich froh, als ich am Freitag endlich wieder nach Hause fahren konnte.

Am Samstag habe ich dann endlich mein liebes Fränzchen und meinen lieben Nico wieder gesehen. Die beiden haben sich ganz viel Mühe gegeben und litauischen Borschtsch zubereitet. Dieser hat echt richtig gut geschmeckt. Es wurde natürlich sehr viel geschwatzt. Am Nachmittag, als es draußen schon dunkel wurde und die Kerzen und Schwibbogen zur Geltung kamen, haben wir Bescherung gemacht. Fränze durfte sich über eine Mascha i Medved DVD freuen und Nico sich über eine litauische Glockenhexe. Für mich gab es jede Menge Glücksbringer und ein riesen Geheimnis, welches sich dann zu Silvester lüften sollte. Abends/Nachts dann, nachdem Fränze nach Hause gegangen ist, haben Nico und ich einen wunderschönen Spaziergang gemacht, vorbei an den Erinnerungen unserer Kindheit.

Weihnachten wurde dann wieder ganz traditionell gefeiert. Zum Mittag waren wir wieder zum selbstgemachten Nudeleintopf, bei meinen Brander, Oma und Opa essen. Dann machten uns (Susann und mir) unsere Oma wieder die Haare und schon war es Zeit nach Langenau zu düsen. Dort wurden dann auch gleich die anderen beiden Großeltern in Empfang genommen. Dann wurde im Anblick des Kaminfeuers Kaffeegetrunken, später spielte meine Momy Keyboard und Susann, Papa und ich sangen Weihnachtslieder. Dann gab es die Geschenke. Und ich muss sagen, mir haben alle sehr gefallen und ich hätte keines umtauschen wollen. Zum Abendbrot gab es dann wieder Kartoffeln, Sauerkraut, Bratwurst, Schweinefleisch und zum Nachttisch Obstsalat. Anschließend zeigte ich noch Litauen Bilder und Papa einen Jahresrückblick und dann war dieses Weihnachtsfest auch schon fast wieder vorbei.

Am 27.12. habe ich dann erfolgreich meine Fahrprüfung bestanden und bin nun stolze Besitzerin eines Führerscheins. Yeees. Am selben Tag sind wir noch nach Döbeln um eine Expresslieferung des Führerscheins zu beantragen, damit ich ihn noch zugeschickt bekomme, bevor ich nach Litauen gehe. Wir mussten dafür extra noch mal 7€ bezahlen. Allerdings habe ich den Führerschein bis heute nicht. Und sowas nennt sich dann Expresslieferung, naja ich weiß ja nicht, was daran Express sein soll.

Nicht zu vergessen war am 30.12. noch der Geburtstag meines Opa's aus FG. Wir gingen alle zusammen Mittagessen. Am Nachmittag trafen wir uns dann im Cafe am Stollenhaus und tranken Kaffee. Nachdem mein Papa meine Großeltern aus FG wieder nach Hause geschafft hatte, bowlten wir noch eine Runde mit meinen Großeltern aus Brand.

Schon am nächsten Tag war dann die grandiose Silvesterfeier mit Fränzchen und Nico. Gegen 12.30 fuhr mich mein Vati zu Nico nach Brand. Wir drei fuhren dann anschließend noch einkaufen und zu Nico in die WG. Dort bereiteten wir alles vor, d.h. wir schmückten alles, spielten dann ein Spiel und bereiteten alles fürs Raclette vor. Auf alle Fälle war der Abend sehr lustig, nicht zuletzt auch wegen der Schraubgläßer und weil wir einfach immer lustig sein können. Dann bekam ich noch mein versprochenes Weihnachtsgeschenk. Es war ein selbstgemachtes T-Shirt, was später im FlowerPower noch für Aufsehen sorgen sollte. Kurz vor Mitternacht gingen wir dann auf einen Berg um uns das Feuerwerk von Chemnitz anzusehen. Ui, war das Feuerwerk klein und weit unter uns. Aber es war trotzdem sehr schön, da man sehr weit und rings um den Berg gucken konnte. Eine mega Aussicht von da oben. Später dann sind wir noch ins FlowerPower gefahren, von dem wir uns auch erst kurz noch 7.00 Uhr wieder lösen konnten.

Am Mittwoch sind dann noch Lisa, Ali und Fränzchen zu mir gekommen und wir haben gequatscht und ich habe Litauen Bilder gezeigt. Es war echt schön die beiden mal wieder zu sehen. (Fränze hatte ich davor ja schon öfters gesehen, auch wenn ich mich natürlich trotzdem gefreut habe, sie zu sehen ;) ). Nachdem die andern beiden schon relativ zeitig wieder gefahren sind, blieb Fränze noch bis 24.00 Uhr und wir quatschten noch mit meinen Elis. War echt ein sehr, sehr schöner Abend.

Der Abschied rückte dann unaufhaltsam näher und schon am Freitag gingen es dann zum Mittagessen zu meinen Großelis. Für mich und Mama gab es lecker, lecker Herz und für den Rest Kartoffelsalat und Hackfleisch. Leider musste ich mich dann schon wieder von den beiden verabschieden, was mir ganz und gar nicht schmeckte. Später am Tag fuhren wir noch nach Freiberg, damit ich mich auch noch von meinen Großeltern aus FG verabschieden konnte. Auf alle Fälle stellte ich fest, dass ich Abschiede nicht mag. Auch von meiner lieben Schwester musste ich mich schon am Freitag verabschieden, da ich am Samstag schon sehr zeitig aufstehen und los machen musste. Am Flughafen frühstückten wir noch. Und ich wäre am liebsten gar nicht erst wieder geflogen, aber mir blieb ja nichts anderes übrig. Die Reise verlief planmäßig und gut und so kam ich am Abend wieder in Alytus an. Die ersten Momente, einsam in diesem Zimmer, waren echt grauenvoll. Hätte ich gekonnt, wäre ich auf der Stelle zurück geflogen. Am Sonntag habe ich mich dann versucht abzulenken und bin von Supermarkt zu Supermarkt und habe mir dann am Ende im ersten Supermarkt einen Zweiplattenherd gekauft und mir abends gleich was feines gekocht. Die Arbeit dann am Montag lenkte von dem Wunsch schnell wieder nach Hause zu fahren, ein bisschen ab. Und ja, ich hatte letzte Woche ein wenig Arbeit. Zwar nicht sehr viel und auch nicht sehr anspruchsvoll, aber immerhin was zu tun und ich habe mich nicht die ganze Zeit gelangweielt.

Diesen Sonntag habe ich mich dann noch mit Toma getroffen und wir haben einen super Nachmittag miteinander verbracht. Wir haben gequatscht, Tee und Kakao getrunken und so eine Art gefüllte Apfeltaschen gegessen.

Gestern sollte ich eigentlich mit Roma ins Babyhaus fahren und der Direktorin vorgstellt werden, so wie es mir Roma am Freitag versprochen hatte. Allerdings telefonierte Roma gestern mit der Direktorin und diese meinte, wir sollten doch heute um 9.00 Uhr vorbei kommen. Also bin ich heute extra eine Stunde eher aufgestanden und eine Stunde eher zur Arbeit gefahren. Aber keine Roma war da. Rita meinte, Roma wäre mit ihrem Vater beim Arzt. I.wann gegen 14.00 Uhr kam dann Roma mal auf Arbeit. Sie meinte, dass wir nun morgen um 9.00 Uhr ins Babyhaus fahren würden. Ich war da schon echt sauer und ich bezweifel fast ein wenig, dass wir morgen fahren, da es schon so oft gesagt wurde und am Ende sind wir dann doch nicht gefahren. Da ich gestern und heute nichts zu tun hatte, habe ich fast die ganze Zeit gelesen und ab und zu mal im Internet gesurft. Heute habe ich sogar Film geguckt (!!!), auf Arbeit. Naja, es muss sich auf alle Fälle arbeitstechnisch etwas ändern, so wie es jetzt ist, mache ich es nicht mehr länger mit! Ich hab die Nase echt gestrichen voll!

Tag 108-124: Langsam wird die Sehnsucht nach zu Hause unangenehm!

Sonntag, 02.12.2012

So in den letzten drei Wochen ist echt eine ganze Menge passiert.

Angefangen damit, dass ich erst einmal 1,5 Wochen krank war. Wie schon im letzten Blogeintrag geschrieben, war mir immer schwindelig. Der, wie zu erst von mir vermutet, zu niedrige Blutdruck war es nicht. Roma brachte mir ein Blutdruckmessegerät mit und mein Blutdruck war normal. Am Montag der darauffolgenden Woche sind wir dann zum Arzt gegangen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir aber auch schon wieder besser. Die Ärztin konnte auch keine Ursache finden. Sie verschrieb mir Tabletten auf, die die Durchblutung fördern sollen. Ich habe keine Ahnung was die Ursache des Schwindels war, aber auf alle Fälle ging es mir dann nach ein paar Tagen wieder besser und ab Donnerstag bin ich wieder arbeiten gegangen.

Letztes Wochenende war ich im Kinderheim in Koncepto kaimas. Die Kinder haben sich echt ganz sehr gefreut mich wiederzusehen und ich habe mich natürlich auch ziemlich gefreut. Ich habe den Kindern dann auch noch die Adventskalender überreicht, die Mama für sie gekauft hat. Ich habe ihnen erklärt, was der Adventskalender bei uns für eine Bedeutung hat und das jedes Kind so einen hat und so weiter. Es durfte sich jedes Kind eine Kalender aussuchen. Manche haben ihn sogleich in ihrem Zimmer aufgehängt. Abendbrot gegessen haben wir auch noch mit bei den Kindern. Am Sonntag bin ich mit Firat nach Kaunas, wieder einmal ins Akropoliscenter gefahren. Doch diesmal hatten wir nicht so viel Zeit, da ich schon 14.40 Uhr mit dem Bus zurück nach Alytus zurück gefahren bin, um noch im Hellen im Reha-Zentrum anzukommen. So gingen wir nur in wenige Geschäfte und dann gleich Mittagessen. Obwohl ich nicht so lange bei Firat war, war es trotzdem sehr, sehr schön. An dem Freitag war ich noch bei Ernestas Geburtstagsfeier. Wir trafen uns alle im Blumenladen von Ernestas Mutti, bereiteten alles vor und schmierten Schnitten und alles. Ernesta wusste gar nicht, dass wir etwas geplant haben und ist nur unter einem Vorwand ihrer Mutter zu dem Laden gekommen. Wir fuhren dann alle zusammen zum Nemunas (Fluss der durch Alytus fließt), dort zündeten wir Kerzen an und stießen mit Sekt an. Dann bekam Ernesta ihr Geschenk und anschließend liesen wir noch so eine Art Ballon (so aus Krepppapier und dann zündet man unten etwas an und dann steigt der Ballon auf) steigen. Dann fuhren wir wieder in den Laden ihrer Mutter und aßen und tranken etwas und spielten Spiele und unterhielten uns. Leider habe ich so gut wie nichts verstanden, da nur litauisch gesprochen wurde. Anschließend wollten wir noch in eine Bar gehen, aber da diese so voll war, gingen wir zu einer anderen, die aber leider auch keinen Platz mehr für uns hatte. Am Schluss landeten wir dann bei Chilli-Pizza, was aber nicht schlimm war, da es dort auch super Musik gab. Immer zwei teielten sich eine Pizza und die Stimmung war echt gut. Wir hatten eine Menge Spaß. 

Letzte Woche musste ich gleich zwei Rückschläge einstecken. Den einen brachte mir die Fahrschule, den anderen der Sprachkurs. Zu erst aber zur Fahrschule. Da ich ja, wenn ich im Dezember Heim komme, dann gleich meine Fahrprüfung habe, wollte ich mir hier in Alytus bei einer Fahrschule noch ein paar Fahrstunden nehmen, damit dann nichts mehr schief gehen kann. Rita kümmerte sich auch voll lieb um alles. Sie rief verschiedene Fahrschulen an. Erst hieß es, ich brauche ein Gesundheitszeugnis, bevor ich fahren darf. Dann nach ein paar telefonaten meinte Rita, wenn ich bei einer privaten Fahrschule fahren würde, bräuchte ich sowas nicht. Ein paar Tage später dann sagte mir Rita, dass ich leider nun doch, bevor ich fahren könnte, das Gesundheitszeugnis bräuchte, eine Übersetzung meiner theoretischen Prüfung und noch i.welche Dokumente. Da es aber in der Kürze der Zeit, die ich noch hier bin, bevors Heim geht, nicht mehr schaffbar ist, klappt es leider nicht, dass ich mir hier noch ein paar Fahrstunden nehme. Ich hoffe die paar Stunden, die ich noch vor der Prüfung habe reichen. Das nächste Problem, der Sprachkurs. ich habe mich im Internet zu Sprachschulen in Alytus erkundigt. Ich habe auch sehr schnell eine gefunden gehabt. Der Preis schien mir auch Ok. Für 2 Monate Sprachkurs hätte ich nur 300Lt, also noch nicht einmal 100€ bezahlen müssen. Das klang für mich eigentlich voll in Ordnung und so ging ich dann am Donnerstag zu der Sprachschule um mich anzumelden. Die Frau dort erklärte mir aber, dass ich Einzelunterricht nehmen müsste und ich nur einen Sprachkurs Englisch-Litauisch machen könnte und nicht Deutsch-Litauisch und das eine akademische Stunde 50Lt kostet, ich aber ungefähr 20 Stunden bräuchte. Da wären wir also bei 1100Lt, was mehr als 300€ wären. Und das war mir eindeutig viel. Ich entschloss mich daraufhin gegen einen Sprachkurs, da ich ja litauisch nach dem Jahr eh nicht mehr brauchen werde, da es keine Weltsprache ist. Nun versuche ich mir selbst litauisch beizubringen, was aber nicht von Erfolg gekröhnt sein wird, da ich immer, wenn ich nachmittags nach Hause komme, keine Lust mehr zum Lernen habe.

Jetzt das Wochenende war Firat wieder bei mir. Er kam Freitagabend. Gestern waren wir mit Aurelija und Alius bei der Jahresversammlung der Jugendrotkreuzgruppen. Es war ziemlich interessant, nur leider nach einiger Zeit auch langweilig, da wir ja überhaupt nichts verstanden haben. Und dann surprise, surprise sollten Firat und ich uns und unsere Arbeit noch vorstellen. So aus dem Stegreif wusste ich gar nicht was ich sagen sollte. Aber da Firat gut angefangen hat, habe ich dann auch mehr erzählt, als ich ursprünglich vor hatte. Danach sind wir dann noch alle zusammen ins Aktopolis-Center gefahren. Der Weg dahin war schon abenteurlich. Wir standen erst an einer Haltestelle, da half uns dann aber zum Glück ein Junge weiter und sagte, wir müssten zu einer anderen Haltestelle in die nächste Straße. Dort angekommen, fanden wir auch schnell einen Bus. In den stiegen wir auch ein, aber auf einmal hielt der Bus i.wo zwischen Hochhäusern  an und alle stiegen aus. Endhaltestelle. Wir hatten keine Ahnung wo wir waren und wohin wir müssen. Also gingen wir zur nächsten Bushaltestelle und schauten nach, wann der nächste Bus kommt bzw. ob von dort überhaupt einer zum Akropolis-Center fährt. Dort wiederrum half uns eine ältere Frau weiter. Sie meinte, wir müssen die Straße weiter hinunter laufen und bei der nächsten Bushaltestelle halten gleich zwei Busse die zur Akropolis fahren. Dies war glücklicherweise auch der Fall und nach einer weiteren Busfahrt waren wir dann endlich da. So viel Zeit hatten wir dann dort aber auch wieder nicht, da uns Rita (die uns extra nach Vilnius gefahren hatte, ist eine Mitarbeiterin im Roten Kreuz) dann auch schon wieder gegen 18.00-19.00 Uhr abholen wollte. Also schlenderten wir ein wenig umher und aßen noch Pizza. Firat ist dann heute morgen wieder gefahren, so dass ich den Sonntag mit spazieren gehen und sauber machen verbrachte. 

Ich bin echt so, so froh, dass ich in 11 Tagen endlich Heim kann. Besonders jetzt in den letzten Tagen habe ich schon ganz schön sehr Sehnsucht nach Hause. Ich kanns kaum noch abwarten am 13.12. das Flugzeug gen Heimat zu besteigen.

Die Jahesversammlung des Jugendrotkreuz. Ich mit der schicken Mütze von Fränze und Nico in der Öffentlichkeit, in dem Fall in Vilnius im Akrpolis-Center. Aurelija mit ihrem Freund Alius. A last picture of me and Firat. Ich habe mal beim Spazieren gehen ein paar Bilder von meiner Umgebung gemacht. Hier ist das Industriegebiet zu sehen in dem das Reha-Zentrum liegt, in dem ich wohne. Das Reha-Zentrum. in einem angebauten Neubau beifindet sich mein Zimmer. Das Fenster ganz rechts ist meines.

Tag 90-107: Eeeendlich bin ich in Alytus:

Donnerstag, 15.11.2012

Hach ja, es ist nun schon mehr als 2 Wochen her seitdem ich in Alytus bin und ich muss sagen, es gefällt mir echt gut Lächelnd.

Ich war total erleichtert, als ich mich am Montag vor zwei Wochen endlich von Elena verabschieden konnte. Auch zur Verabschiedung musste sie mir wieder einen Vortrag halten, worum es da ging? Keine Ahnung, ich habe auf Durchzug geschalten, was bei der Frau auch wirklich am Besten ist. Als wir dann endlich los konnten war ich echt froh. Firat durfte mich mit dem DRK-Bus bis nach Alytus fahren, da ich so viel Gepäck hatte. Endlich in Alytus beim Roten Kreuz angekommen wurden wir ganz lieb von Roma (meiner Ansprechpartnerin) und Rita (ihrer Mitarbeiterin) begrüßt. Wir bekamen gleich Tee und Schokolade und redeten ein bisschen mit ihnen. Dies war allerdings gar nicht so einfach, da Roma so gut wie kein und Rita ein wenig deutsch kann (inzwischen kann man sich aber mit Rita ziemlich gut unterhalten). Nach einer Weile fuhren wir dann ins Reha-Zentrum, wo ich das Jahr über wohnen werde. Ich wurde auch gleich dem Direktor des Zentrums und der Buchhalterin des Roten Kreuzes vorgestellt. Dann bekam ich mein Zimmer gezeigt. Es ist wirklich sehr schön. Ich habe zwei Betten, die ich gleich zu einem Doppelbett zusammen geschoben habe, einen TV (der bisher noch nicht funktioniert, da erst noch ein Digitalreceiver gekauft werden muss), einen Kühlschrank, Mikrowelle, … und ein eigenes Bad. Ich fühle mich inzwischen auch ziemlich wohl in meinem Zimmer, nur nachts finde ich es immer noch ein wenig gruselig, da ich scheinbar die Einzige bin, die hier wohnt, oder zumindest kommt es mir so vor, da ringsum alles dunkel ist. Vom Reha-Zentrum ist es leider auch ein bisschen weit bis ins Zentrum. Aber zum Glück fahren von der Straße vorn (ungefähr 1km von Reha-Zentrum entfernt) Minibusse. Wie lange abends weiß ich ehrlich gesagt nicht. Am Plan steht bis 23.00 Uhr, aber Karen meinte, dass nur bis 18.00 Uhr Busse fahren und das gleiche sagte auch Herr Nowack. Als ich ein Mädchen von hier fragte, meinte sie, dass wüsste sie nicht, sie denkt aber bis 19.00 Uhr. Aber zugegebener Maßen finde ich es auch ziemlich gruslig im Dunkeln von der Straße zum Reha-Zentrum zu laufen, da es Mitten in einem teils verfallenen Industriegebiet liegt. Bisher wurde ich abends aber immer von i.jemandem nach Hause gefahren, wenn ich mal abends länger weg war. Ansonsten holt mich Roma jeden Morgen zur Arbeit ab und bringt mich auch wieder Heim. Die Arbeit ist bisher noch nicht wirklich anspruchsvoll und ich habe viel Freizeit. Ich muss höchstens Mal eine Liste schreiben oder Lebensmittelrationen für die Lebensmittelverteilungen zusammenstellen. Jeden Donnerstag fahr ich mit Roma zu Supermärkten und sammele die Lebensmittel ein, um sie dann am Nachmittag an Bedürftige zu verteilen. In der kommende Woche telefoniert Roma mit den verschiedenen Stellen, also Krankenhaus, Babyhaus, Reha-Zentrum usw. Und wenn sie weiß, wo ich noch überall arbeiten kann, stellen wir einen Plan auf, an welchem Tag ich wo arbeiten werde. Ansonsten lerne ich vormittags meistens mit Rita litauisch und sie von mir deutsch, aber das ersetzt natürlich keinen Sprachkurs. Leider will mir das DRK aber auch keinen Sprachkurs bezahlen, obwohl ich den dringend benötige. Und eigentlich dachte ich bisher auch immer, dass die Entsendeorganisation dafür verantwortlich ist ihre Freiwilligen entsprechend und bestmöglich auf das Jahr vorzubereiten und dass dazu eben auch ein Sprachkurs zählt. Naja gut, wieder was gelernt.

Gleich in meiner ersten Woche hier, also an dem Dienstag vor 2 Wochen, habe ich vier Jugendliche des Jugendrotkreuzes kennengelernt. Ich habe mich gleich mit zwei von ihnen am Freitag der selbigen Woche getroffen. Es war ziemlich gut. Ich habe mich erst mit Toma getroffen, wir sind in ein Kaffee und haben uns echt gut (auf Englisch) unterhalten, dann kam Aurelija dazu und brachte noch zwei Freunde mit (ein Mädchen mit ihrem Freund). Mit ihnen bin ich dann zu dem Jungen nach Hause gefahren und wir haben noch eine Runde Billard gespielt. Letzte Woche bekam ich dann auch die Einladung zu Toma’s Geburtstagsparty, die am Samstag satt fand. Ich durfte dazu auch Firat mitbringen. Die Party war echt gut und auch voll russisch. Am Anfang wurde viel gegessen und getrunken und dann getanzt. Ich muss zugeben, dass ich wohl etwas zu viel getrunken habe. Ich bin eben doch bei weitem (zum Glück oder eben auch nicht) nicht so trinkfest wie die Litauer. Aber ein was habe ich so auch für die Zukunft gelernt, weniger zu trinken, besser gesagt, weniger Vodka zu trinken. Seit Sonntag oder Montag bin ich jetzt Krank. Sonntag dachte ich, ginge es mir nicht so gut wegen dem etwas zu viel getrunken, aber da es Montag immer noch nicht besser war (mir ist die ganze Zeit schwindlig) dachte ich, es könnte an meinem vielleicht zu niedrigem Blutdruck liegen. Da ich aber leider meine Tropfen nicht mit habe, konnte ich demzufolge auch nicht testen, ob es wirklich der Blutdruck ist. Heute war Roma da und hat meinen Blutdruck gemessen. Sie meinte, dass der Blutdruck normal ist. Nun weiß ich auch nicht mehr weiter. Morgen soll ein Arzt kommen. Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es aber trotzdem der Blutdruck, ich weiß es nicht. Ich hoffe der Arzt kann mir morgen genaueres sagen.

Am Dienstag wurde ich dann von Toma und Aurelija zu i.einer Geburtstagsparty für nächsten Freitag eingeladen. Ich habe die Einladung natürlich gerne angenommen. Nur trinken werde ich da garantiert nix. Soweit lernfähig bin ich schon.

Am 01. Dezember dann fahr ich gemeinsam mit Aurelija, ihrem Freund Aljus und Firat nach Vilnius zu einem Kongress der zum AIDS-Tag stattfindet. Mal sehen wie das wird. Ich freue mich auch schon drauf. In zwei Wochen allerdings fahre ich erst einmal am Wochenende ins Kinderheim um die Kinder zu besuchen und mit ihnen über Weihnachten zu reden und das Geschenk meiner Momy an sie, einen Weihnachtskalender, zu überreichen. Ich hoffe sie freuen sich.

So, dass soll es erst ein mal wieder von mir gewesen sein. Bis demnächst wieder Zwinkernd.

Tag 78-89: So diverse Impfungen und Besuch von meiner allerliebsten Susann :).

Sonntag, 28.10.2012

Die letzten beiden Wochen, besonders die Letzte war sehr ereignisreich.

 

Vor zwei Wochen kam eine Ärztin ins Kinderheim, die die Kinder geimpft hat. Obwohl, das Wort impfen ist eher unpassend. Die Ärztin hat einen TBC (Tuberkulose) Schnelltest unter die Haut gespritzt. Ich habe mich diesem Schnelltest auch gleich noch unterzogen. Es wird also eine Flüssigkeit in den Unterarm gespritzt. Hatte man schon mal TBC bzw. einen TBC-Fall in der Familie, trägt man bestimmt Bakterien in sich. Schwillt die Haut um den Einstich an, weiß man, dass diejenige Person diese Bakterien in sich trägt. So muss man besonders auf diese Person achten, wenn er stark hustet, denn es könnte sein, dass die Krankheit dann ausgebrochen ist. Durch den Schnelltest wissen die Erzieher, wer besonders gefährdet ist. Nach 2 Tagen kam die Ärztin wieder und kontrollierte die Einstiche. Mein Stich sah ganz normal aus, dass heißt nun, dass ich mir sicher sein kann noch nicht mit TBC infiziert zu sein. Beim zweiten Mal, als die Ärztin da war, habe ich mich noch Grippeschutzimpfen lassen.

 

Letzten Samstag kam dann Susann zu Besuch. Wir hatten extra schon mehrere Wochen vorher Elena bescheid gesagt, dass wir das ganze Wochenende weg sein werden und gefragt, ob wir den DRK-Bus bekommen könnten. Sie sagte immer ja. Auch am Donnerstag bevor Susann kommen sollten fragten wir vorsichtshalber noch mal nach und ich schrieb ihr einen Plan, wann wir was unternehmen wollen. Als wir Samstagmorgen los wollten kam Elena auf ein mal schreiend an und sagte, dass wir nicht fahren dürfen. Sie bräuchte den Bus selbst, da ihr Auto kaputt wäre. Victor, eine Junge von hier, der bei uns war, meinte zu uns, sie könnte den Bus ja gar nicht fahren, da sie nur Automatik fahren könne, außerdem standen noch 3 andere Autos zur Verfügung, die sie alle hätte nehmen können. Naja, nach einer Weile diskutieren haben wir dann gesagt, dass Firat eben Samstagabend schon zurück kommt und nicht wie erst geplant Sonntag. So haben wir dann doch noch das Auto bekommen, aber ich habe mich natürlich zu Recht maßlos über diese Aktion von ihr aufgeregt.

Am Flughafen war dann natürlich die Freude groß, als Susann und ich uns endlich in den Arm nehmen konnten. Wir fuhren dann alle zusammen zum Hostel um die Sachen abzuladen und dann ging es ins Akropolis-Center, wo wir den ganzen Nachmittag verbrachten. Abends wollten wir in eine Bar gehen. Ich hatte schon extra vorher welche rausgesucht, aber entweder sie sahen von außen komisch aus, waren völlig überfüllt oder waren erst ab 18. Auf alle Fälle haben wir nichts gefunden, was uns allen zugesagt hätte. Nachdem wir sicher eine oder anderthalb Stunden lang gesucht haben sind wir dann zu Charly-Pizza und haben es uns dort gut gehen lassen. Firat ist dann noch in der selben Nacht zurück gefahren und Susann und ich sind auch relativ zeitig ins Bett (es war ein oder zwei Uhr ;) ), da Susannn von der Reise sehr fertig war. Am nächsten Morgen oder besser gesagt Mittags sind wir erst einmal richtig frühstücken gegangen, bevor wir einen Rundgang aus meinem Reiseführerbuch gemacht haben. Da die Wegbeschreibungen da echt präzise sind, haben wir uns erst ein wenig verlaufen und sind so noch zum „Berg der drei Kreuze“ gelangt. Wäre das Wetter nicht so diesig gewesen, hätte man eine super Aussicht auf Vilnius gehabt, aber so …. Nach einer Weile haben wir dann aber doch noch den Einstieg zu dem Rundgang gefunden und haben erst die St.-Anna Kirche, dann das Bernadiener-Kloster, eine Orthodoxe Kirche und die Uzupio-Republik besichtigt. Die Uzupio-Republik liegt mitten in Vilnius und wurde als PR-Gag ausgerufen. Sie hat alles, was eine Republik ausmacht, eigenes Nummernschild, eine Staatsoberhaupt, einen Botschafter in Moskau, eine 12-Mann-starke Armee und so weiter. Abends sind wir in den besten Pub in Vilnius gegangen und haben es uns bei Fish ’n’ Chips sowie einem Bier gut gehen lassen. Danach wollten wir eigentlich noch in eine Bar, die gleich auf dem Weg zum Hostel lag, aber diese  war auch wieder überfüllt. So sind wir dann noch in eine Eisdiele, die echt cool aussah und das Eis dort war echt super. Am nächhsten Tag haben wir den Rundgang, den wir Sonntag angefangen hatten noch beendet und bei Charly-Pizza gut Mittag gegessen, dann war es auch schon wieder Zeit mit dem Bus von Vilnius nach Elektrenai zu fahren. Firat hat uns dann in Elektrenai mit dem DRK-Bus abgeholt.

Mittwoch wollten wir eigentlich schon vormittags schwimmen gehen, aber Enus und die anderen Arbeiter hier, haben den Bus selbst benötigt, also haben wir das Schwimmen gehen dann auf abends verlegt. Aber es war wieder ein Kampf von Elena den Schlüssel fürs Auto zu bekommen. So voll wie die Schwimmhalle an dem Abend war habe ich sie noch nie erlebt. So richtig zum Schwimmen bin ich aber nicht gekommen. Nach ungefähr einem Kilometer, also 20 Bahnen, habe ich dann aufgehört und mit Susann und Firat mit einer Nudel rumgealbert.

Am Freitag sind wir dann nach Kaunas gefahren. Um einen neuerlichen Kampf um den Autoschlüssel mit Elena zu vermeiden hatten wir beschlossen uns nur von Elena zur Bushaltestelle in Elektrenai bringen zu lassen (ihr Auto funktionierte wieder) und von dort dann mit dem Bus nach Kaunas zu fahren. Wir fragten Elena am Donnerstag sicher drei Mal, ob sie uns nach Elektrenai zum Busstop bringen kann, da wir nach Kaunas wollten. Am Freitagmorgen stehe ich beim Zähneputzen und sehe so aus dem Fenster und was sehe ich da? Elena fährt mit ihrem Auto weg. Da dachten wir uns schon, na toll, was soll das jetzt werden. Wir sind dann rüber ins Haupthaus und haben die Betreuerin gefragt. Diese meinte, dass Elena zur Universität gefahren sei, entweder nach Vilnius oder nach Kaunas, aber so genau wusste sie es nicht. Ganz toll, wozu fragen wir sie dann extra drei Mal. Auf alle rief dann die Betreuerin Enus an und dieser kam dann. Er übergab uns den DRK-Busschlüssel, ohne das wir ihn Fragen mussten. So sind wir dann mit dem Bus nach Kaunas. Der Gang durch die Altstadt fiel äußerst kurz aus, da die Temperaturen, besser gesagt der Wind echt eisig waren. Nach einem kurzen Abstecher in eine der berühmten Kellerkneipen sind wir dann ins Akropolis-Center gefahren. Dort wartete auf Susann noch eine kleine Überraschung, nämlich Eislaufen. Die Eisbahn liegt mitten im Einkaufszentrum und rings rum sind Restaurants. Es hat rießigen Spaß gemacht, auch wenn ich in der letzten Runde tierichst hingefallen bin und mir dicke, blaue Knie zugezogen habe. Danach sind wir noch ein wenig von Laden zu Laden geschlendert, ich habe mir neue Schuhe gekauft und einen Teddybären für klein Noah (das Baby einer Freundin). In ein 5-D Kino sind wir auch noch gegangen, aber der Film war echt meeegaaa schlecht. Den Abend haben wir noch bei einem Dosenbier und Film ausklingen lassen. Davor jedoch, bevor wir uns einen Fetten gemacht haben, haben wir uns noch von Enus den Autoschlüssel vom Jeep geben lassen, da Elena uns vorher gesagt hat, dass die Kinder an dem Samstag nach Vilnius fahren und sie den Bus bräuchten. Am nächsten Morgen klopft jedoch ein Betreuer an unsere Tür und meinte, dass Firat fahren muss, da sie keinen Fahrer hätten. Wir sind dann natürlich gleich zu Elena, da ja erstens gestern unser freier Tag war und zweitens wir ja Susann zum Flughafen bringen wollten. Als wir in der Küche ankamen fragte Elena uns wo wir denn am Freitag gewesen wären und ich sagte, in Kaunas, wir hätten es ihr ja auch vorher gesagt. Auf einmal geht mich Elena an und sagte, dass sie nicht mit mir reden würde, sondern mit Firat und ich den Mund zu halten hätte. Dann sagte sie noch, dass sie uns doch gesagt hätte, das Firat die Kinder nach Vilnius fahren müsste. Wir sagten ihr dann auch, dass sie das niemals gesagt hätte. Sie ging uns dann die ganze Zeit voll und jeder zweite Satz, vor allem an mich, war „Be carefull“, also auf Deutsch, „Sei vorsichtig, was du sagst!“. Ganz toll, so redet man ja auch mit uns. Ich konnte natürlich dann auch nicht mehr ruhig bleiben. Das Ende vom Lied war, dass wir dann mit den Kindern zusammen nach Vilnius gefahren sind. Man muss sich vorstellen, Firat sollte fahren und hinten drin sitzen 12 Kinder + 1 Betreuer und vorne wir drei (Firat, Susann und ich). In einem Bus, der für 9 Leute ausgelegt ist, sitzen 16 Leute. Wären wir „nur“ nach Elektrenai gegangen wäre es ja vllt ausnahmsweise noch gegangen, aber nicht nach Vilnius, zumal ja Firat noch in der Probezeit ist. Am Flughafen habe ich dann mit Susann gewartet bis es Bordingtime war und Firat ist mit den Kindern zu einer Veranstaltung gefahren, später hat er mich dann vom Flughafen abgeholt und ist mit mir zu der Veranstaltung. Gestern Abend stand ich dann noch bis 21.00 in der Küche um einen Kuchen für die Kinder zu backen, da ich ja morgen das Kinderheim endlich verlassen werde. Firat hat gestern und heute mehrmals nach dem Schlüssel fragen müssen, um mich Morgen früh nach Alytus fahren zu können. Meine ganzen Sachen sind soweit nun auch schon gepackt, der Rest muss morgen noch rein. Ja, endlich ist der Umzug morgen soweit. Ich freue mich schon sehr, aber habe natürlich auch Angst vor der Einsamkeit dort und vor den neuen Erlebnissen, die die Arbeit und das Kennenlernen von neuen Menschen so mit sich bringt. Aber ich bin dermaßen froh, dass ich von hier weg kann, denn mit der Zeit ist es mit Elena immer schlimmer geworden. Selbst heute am Sonntag kam sie an und sagte, Firat sollte sie wohin fahren. Oh man, wie ich diese Frau nicht leiden kann, um es mal nett auszudrücken. Der arme, der Firat muss noch länger hier aushalten.

 

Und zum Schluss noch ein paar Bildchen.

Lieb Susann und ich vor der Kathedrale. Jeeehuuuu Susann ist da :)! Kathedrale Die St-Anna Kirche. Die Uzupio-Republik liegt mitten in Vilnius und wurde als PR-Gag ausgerufen. Der Susanns kleine Überraschung, Eislaufen. Ja, das Leben ist schön :).

Tag 69-77: Nichts neues im Osten!

Montag, 15.10.2012

Und wieder einmal ist eine weitere Woche vergangen. Diesmal ist nicht wirklich viel passiert und ich hatte erst überlegt keinen Eintrag zu verfassen, aber ich wollte euch nicht so ganz ohne Informationen schmoren lassen ;).

Am Samstagvormittag waren wir schwimmen :). Erst dachten wir, dass es ein Fehler ist frühs schwimmen zu gehen, denn der ganze Parkplatz stand voller Autos und Busse. Aber als wir rein kamen, sahen wir, dass in der angrenzenden Turnhalle (Schwimmhalle, Sporthalle und anderes Sportzeugs liegen in einem Komplex) ein Judowettkampf statt fand. Die Schwimmhalle an sich war komplett leer. Ich spezialisiere mich nun eher auf „Langstrecke“ anstatt auf 100m Sprint. Firat zu liebe bleibe ich auch nur 1h im Wasser.

In Kaunas waren wir dann doch nicht in der Altstadt, wie wir es erst geplant hatten, denn ich blödes Kind habe das Buch zu Hause liegen gelassen, in dem drin steht, wo die Altstadt anfängt bzw. wo die liegt und in dem auch ein Rundgang beschrieben ist. Das ich das Buch nicht mit habe, habe ich erst mitbekommen, als wir schon ein ganzes Stück von Elektrenai entfernt waren. Naja, so sind wir dann nur ins Akropolis-Center gefahren und haben dort aber auch ordentlich Zeit verbracht. Ich glaube wir waren 6h in dem Ding. Und ich möchte anmerken, ich habe noch nicht mal was gekauft. Wo die Zeit hin ist weiß ich auch nicht. Schmecken lassen haben wir es und natürlich wieder bei CanCan-Pizza und diesmal auch bei LaCrepe. Oh man, ich muss echt aufpassen nicht dick zu werden.

Nächste Woche dann besucht mich endlich Susann. Das gesamte Wochenende werden wir in Vilnius verbringen und erst Montag hier her ins Kinderheim fahren. Das Hostel ist auch schon gebucht. Oh man, wie ich mich freue :). <3

Tag 62-68: Eeeendlich Wochenende!

Sonntag, 07.10.2012

Nun ist bei uns wirklich Herbst geworden. Die letzten Tage war es wirklich sehr, sehr kalt und die Temperaturen sind kaum über 10°C angestiegen. Gestern, so wie auch schon die Tage davor hat es den ganzen Tag regnet, teilweise echt stark.

Gestern haben wir einen Ausflug nach Kedainiai gemacht. Die Stadt liegt ungefähr eine Stunde vom Kinderheim entfernt. Laut Reiseführer eine sehr schöne und verträumte Stadt mit vielen Häusern im Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko-Stil. Ich weiß allerdings nicht wo die gestanden haben sollen. Es gab schon einige Häuser in diesem Stil, aber jetzt nicht so übermäßig viele und nicht so übermäßig schön. In meinem Reiseführer war ein Rundgang beschrieben, den wir abgelaufen sind. Dann haben wir noch kurz was zu Mittag gegessen und sind zum Mittelpunkt Litauens gefahren. Der Weg dorthin war auch recht abenteuerlich, denn er verlief über einen Sand-/Feldweg, der aber durch den Regen sehr aufgematscht war und tiefe Schlaglöcher hatte. Dort angekommen, gab es nur eine winzige Säule. Naja, haben wir uns mal stolz davor fotografiert und sind dann nach Elektrenai gefahren. Gestern war zum Glück das Schwimmbad offen und so konnte ich schön meine Runden drehen. Hat seeehr gut getan, aber ich habe schon gemerkt, dass ich jetzt wieder jede Woche gehen muss, da 8 Wochen ohne Training nicht so spurlos an einem vorbeigehen. Nächste Woche werden wir also wieder schwimmen gehen, auch wenn Firat schwimmen nicht wirklich zusagt und er kaum eine Bahn (50m) geschafft hat ohne schlapp zu machen. Ansonsten ist das Schwimmbad recht einfach. Es gibt nur ein Schwimmbecken mit acht, jeweils 50-Meter-Bahnen. Komischerweise tropfte es manchmal von der Decke. Ob diese nicht ganz dicht ist (weil es ja draußen geregnet hatte) oder es einfach nur Kondenswasser war, wissen wir nicht. Das Personal dort ist aber sehr freundlich. Die Frau am Eingang hat uns gleich alles genau erklärt (Jacke draußen an einen Hacken hängen, Schuhe aus ...) und gezeigt. Auch war alles sehr sauber. Nach dem Schwimmen sind wie wieder einmal zu CanCan-Pizza gegangen und ich habe meine geliebte kalte Rotebeetesuppe gegessen. Sehr lecker :).

Orthodoxe Kirche in Kedainiai! Die hölzerne St. Joseph-Kirche. In der St. Joseph-Kirche. Blick über den Nevezys zur St. Georgkirche. Ein Werkstattgebäude (ist es von 1624-1661 gewesen). Jitka gaaanz stolz vor der Säule des geographischen Mittelpunkts Litauens! Und noch einmal ... Und eine ordentliche Grimasse ziehen gehört natürlich auch dazu. Man beachte Firats mehr als skeptische Blick! :D


Am Montag oder Dienstag haben wir mit den Kindern einen Geburtstagskalender gebastelt. Wir haben ihn bunt gestaltet und jeder konnte malen was er wollte. Es haben sich aber leider nicht so viele Kinder daran beteiligt wie gehofft, aber insgesamt wurde er gut angenommen. Die Kinder haben uns dann ganz stolz gezeigt, wann sie Geburtstag haben und die Kinder, die mit einem von uns in einem Monat Geburtstag haben waren noch mal stolzer und haben immer wieder drauf gezeigt. Am Donnerstagabend haben wir zum Abendbrot Spaghetti gekocht. Da haben wir uns nur von einem Jungen helfen lassen, denn beim Spaghetti kochen gibt es ja nicht so viel zu tun. Wir haben ihn den Käse reiben lassen und er hat uns mit geholfen die Nudeln abzugießen. Den Kindern hat es sehr gut geschmeckt, dass haben sie uns immer wieder versichert. Da noch so viel Tomatensoße und Käse übrig war, haben wir Freitagabend gleich noch Pizza mit den Kindern gemacht. Auch da haben uns wieder Kinder geholfen, aber leider auch nur 2, 3. Naja, aber gelobt haben sie unsere Pizza trotzdem bis zum Himmel.

Tag 55-61: Schwere Woche und neuerlicher Ausfluge nach Vilnius

Samstag, 29.09.2012

Endlich ist wieder einmal Wochenende :). Die vergangene Woche war nicht so toll. Am Donnerstagnachmittag gab es einen Angriff gegen mich. Ein Junge hat wieder mal seine Schwester verprügelt. Ich bin natürlich dazwischen gegangen und habe das Mädchen getröstet und mich dann eine längere Zeit mit ihr allein beschäftigt. Wir sind dann beide zum Nachmittagssnack wieder rüber in das Haus der Kinder gegangen. Dort habe ich mich mit ihr, zu einem andern Jungen an den PC gesetzt. Als ich kurz aufstand und zum Tisch ging, um mir noch was zu trinken zu holen, kam auf einmal ihr Bruder wieder rein ins Haus und schmiss mit voller Wucht mit 2 Joghurts auf mich. Nicht schön, überhaupt nicht schön. Meine ganze Kleidung, meine Haare und mein Gesicht sowie Hals und Arme waren voller Joghurt. (P.S. Es waren zwei 0,5 Liter Joghurts, d.h. ich war mit einem Liter Joghurt voll.)  Ich bin dann auch gleich in unser Haus und habe mir erstmal Haare gewaschen und mich halb geduscht. Dass wir nur eiskaltes Wasser hatten, war mir egal. Ich bin an dem Tag auch nicht noch mal rüber ins Haus der Kinder gegangen. Ich war so fertig und am Ende und wäre am Liebsten sofort von Koncepto abgereist. Da hier aber auch eine wirklich tolle Erziehung herrscht, hat der Junge keinerlei Strafen bekommen. Toll. Am nächsten Tag war er nicht in der Schule und anstatt, dass er mit im Haushalt helfen (z.B. Hausputzen) oder im Garten arbeiten muss, sitzt er den ganzen Tag vorm Computer und schaut Filme bzw. spielt Spiele. Wenn ihm keinerlei Konsequenzen drohen, wenn er schlechtes Verhalten an den Tag legt, wie soll er dann lernen, dass das, was er getan hat nicht richtig ist? Hier ist die Erziehung allgemein so gut wie nicht vorhanden. Wenn ein Kind ein anderes verprügelt, wird höchstens mal dessen Namen gerufen, aber das wars auch schon.

Ich hab echt keine Lust mehr aufs Kinderheim. Ich hoffe echt, ich kann langsam mal nach Alytus.

Heute waren wir wieder einmal in Vilnius. Diesmal besuchten wir den Burg“berg“, besser gesagt, das Burghügelchen. Allerdings muss ich sagen, dass die Aussicht von dort oben auf Vilnius echt seeehr schön ist, was ich von unten gar nicht so erwartet hatte, als ich das Hügelchen sah. Wir fuhren mit so einer Art Minidrahtseilbahn nach oben und bestiegen dann einen kleinen Turm. Ist echt nur weiterzuempfehlen (weil mega Blick auf Vilnius). Auf runterzu mussten wir dann laufen, da die Bahn nicht mehr fuhr. War weiter nicht schlimm, da der Weg jetzt nun auch kein ganz so weiter war. Als sich jedoch der Weg runtezu gabelte, nahmen wir den, der eher in unsere Richtung ging, von der wir auf hinzu gekommen waren. Als wir unten ankamen, standen wir vor einem Zaun mit Tor und kamen nicht raus. Also gingen wir an dem Zaun unten entlang, einige Meter über uns verlief der eigentliche Weg parallel. Wir dachten eigentlich, dass wir so wieder auf den richtigen Weg kommen mussten. Kamen wir aber nicht direkt. Denn vorne an einem Tor angelangt, standen wir immer noch unten auf dem Trampelfahrt und der Weg war immer noch ein paar Meter über uns. Also mussten wir eine kleine Kletterpartie einlegen, um auf den richtigen Weg zu kommen und somit wieder raus aus dem Burg-Gelände. Anschließen fuhren wir wieder einmal ins Akropolis-Center, da wir ja noch Firats Brille von Fielmann abholen musste (sie war kaputt gegangen und wir brachten sie letzte Woche dorthin), erledigten dort unseren Wocheneinkauf und aßen Mittag.

Am Abend wollten wir eigentlich in Elektrenai schwimmen gehen, doch dort angekommen teilte man uns mit, dass sie noch geschlossen hätten und erst am 01. Oktober wieder öffnen würden, also am Montag. Seeehr schade. Also überlegten wir, wohin wir noch könnten und entschieden uns für Kaisiadorys, einer kleinen Stadt 20 Minuten von Elektrenai sowie von Koncepto Kaimas (Kinderheim) entfernt. Als wir in Kaisiadorys ankamen mussten wir uns das Schwimmbad erstmal zeigen lassen. Aber leider war auch dieses geschlossen. Wir ärgerten uns sehr, warum wir nicht einfach in Vilnius baden gegangen sind. So kehrten wir unverrichteter Dinge wieder nach Elektrenai zurück und aßen in CanCan Pizza Abendbrot. Nun sind wir wieder im Kinderheim.

Morgen, am Sonntag, wollen wir mal nichts unternehmen und den ganzen Tag nur faulenzen und vor allem ausschlafen. Das muss auch mal wieder sein.

Keine Sorge, ich bin nur den Feldweg vom Kinderheim vor zur Straße gefahren ;). Statue von Mindaugas, dem Gründer Litauens. Burgturm auf dem Burgberg. Vom Turm aus hatte man eine tolle Aussicht auf Vilnius. Das ist das eine komische weiße Haus, von dem ich letztens Berichtet habe, mit der schönen Kirche, nochmal von oben zu sehen. So als kleine Gedächtnisstütze, so sieht die Flagge von Litauen aus.

Und wieder einmal ein niedliches Bildchen zum Schluss.

Rozalia mit ihrem kleinen Danielus.

Tag 40-54: Wochenendausflug nach Kaunas und Vilnius

Montag, 24.09.2012

 

So, nun melde ich mich auch endlich mal wieder. Was gibt es neues bei mir? Letztes Wochenende waren wir komplett in Kaunas, dieses in Vilnius. Außerdem hat Franzi uns dieses Wochenende verlassen und ist wieder zurück nach Deutschland, da sie es hier nicht mehr ausgehalten hat. 

Erstmal etwas zu letztem Wochenende. Wir haben uns schon Tag vorher informiert, welche Hostels es gibt und haben uns ein 3-Bettzimmer gebucht. Unser Hostel war auch echt schön. Sehr modern eingerichtet und es war sehr sauber. Ich denke, wenn Firat und ich wieder mal in Kaunas sind, werden wir wieder dort einchecken. Wir mussten pro Nacht und Person auch nur 11€ bezahlen, inclusive Handtücher, Bettwäsche, Frühstück, W-Lan. Firat ist allerdings pünktlich zum losfahren, krank geworden. Frühs meinte er noch, er hat das Gefühl krank zu werden und mittags war er dann richtig krank. Er hatte eine fette Erkältung. Deshalb ist er nach dem Mittagessen ins Hostel gegangen und hat dort den ganzen Nachmittag und frühen Abend verschlafen, bis Franzo und ich 19.00 wieder im Hostel ankamen.Wir haben uns in Kaunas das Teufelsmuseum (fand ich ziemlich gut :) angesehen, und waren in der Vilnius-Gatve, angeblich der größten Shoppingmeile Kaunases, aber dort gab es nur Restaurants und Souvenirläden. Naja, war trotzdem ein schönes Sträßchen. Abends wollten wir in einen Pub gehe, den uns eine Betreuerin hier empfohlen hatte. Aber dort fanden wir es ziemlich merkwürdig und sind deshalb gar nicht erst wirklich rein. Ein paar Häuser weiter gab es den nächsten Pub, aber dort sind wir nicht reingekommen, da Firat seinen Reisepass nicht mit hatte (sein Ausweis wird ja noch zugeschickt von seinen Eltern). Also sind wir zu einer Bar, aber dort war es auch voll komisch und dann sind wir einfach nur zu Charlie-Pizza (eine große Pizzakette in Litauen), dort war Karaokeabend. Da haben wir Pizza gegessen und Franzi und ich ein Bier getrunken. Dann sind wir wieder zurück ins Hostel, wegen Firat. Am Sonntag dann waren wir im Zoo (der einzige in ganz Litauen), aber überzeugt hat er mich nicht. Die Tier wurden in voll kleinen Käfigen gehalten und der Zoo war allgemein nicht schön. Also gar nicht zu vergleichen mit Chemnitz, Dresden und schon gar nicht Leipzig.Danach sind wir ins Akropolis, dem größten Shoppingcenter der Stadt und haben dort den Nachmittag und den viertelsten Abend verbracht. Dann sind wir wieder Heim gefahren. Im Fazit, so ganz schön fand ich Kaunas nicht, aber sicher waren wir auch in der falschen Ecke und haben nicht die ganzen Sehenswürdigkeiten gesehen, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mein Reiseführerbuch von Litauen hatte. Wir haben zwar im Internet nachgesehen, aber da stand immer nur so allgemeines Zeug über Kaunas und nichts spezielles.  

Einen großen Schock haben wir bekommen, als wir wieder im Kinderheim ankamen. In Firats Zimmer lief eine Maus rum. War nicht sehr schön. Wir sind gleich zu Agne (einer Betreuerin) und haben gefragt was wir tun sollen. Sie kam dann mit einer Katze zu uns, die aber blöderweise selbst Angst vor Mäusen hatte (dass es sowas gibt hab ich auch noch nicht gewusst). Die Katze hat keine Maus gefunden bzw. auch nicht wirklich gesucht. Dann haben wir selber das Zimmer nochmal abgesucht, nachdem die Katze weg war, um die Maus evtl. zu fangen, haben sie aber nicht mehr gefunden. Also schliefen wir alle bei Franzi im Zimmer, da es das einzige Zimmer war, bei dem die Tür vollständig zu schließen geht (bei mir und Firats Zimmer sind Ritzen unten in der Tür, wo sie durch könnte).

 

   Murmeltier :D

Dieses Wochenende waren wir in Vilnius. Dieses Mal haben wir ein wenig kurz vor knapp angefangen uns ein Hostel zu suchen und hatten echt arge Probleme eines zu finden. Letztlich hatten wir doch Glück und buchten ein 3-Bettzimmer für 11€ pro Person. In dem Hostel sah es allerdings i.wie ein wenig nach Puff aus, das lag an dem Licht und an der Tapette, eben an der Aufmachung. Aber es war trotzdem ganz ok. Die Zimmer waren sauber, die Duschen bzw. die WC's weniger, aber ich denke es lag eher daran, dass sie von so viele benutzt werden, als daran, dass es nicht gut sauber gemacht war. Nun zum Wochenendablauf:  Am Samstag waren wir vormittags im Akropoliscenter, einem rieseigem Einkaufstempel am Rande der Stadt. (Das Wochenende davor in Kaunas waren wir ja auch schon im Akropoliscenter. Es gibt eins in Vilnius und eins Kaunas). Im Akropoliscenter frühstückten wir erstmal und Franzi kaufte noch letzte Mitbringsel und andenken, dann sind wir erstmal zum Hostel um unsere Sachen ins Zimmer zu bringen. Danach sind wir in die Altstadt. Haben sie uns angesehen, die Häuser und auch die Kirchen und waren noch ein wenig shoppen. Abends sind wir dann in einen Pub gegangen. Mhhh, war sehr lecker. Wir haben typisch englische "Fish 'n' Chips" gegessen und ein Bier getrunken. Dann haben wir noch einen Film im Hostel angesehen. Am Sonntag waren wir dann nur noch in einem Kaffe frühstücken (Frühstück war nicht im Hostelpreis inbegriffen) und haben dann Franzi zum Busbahnhof gefahren und verabschiedet. Anschließend sind Firat und ich nochmal ins Akropoliscenter gefahren, haben Mittaggegessen und sind noch ein wenig rumgeschlendert, haben dann noch eine heiße Schokolade getrunken und sind wieder ins Kinderheim gefahren. Ich muss sagen, Vilnius ist ein wirklich sehr, sehr schöne Stadt. Mir gefällt der Stil der Bauden und auch i.wie das Feeling dort. Ich finde, die Häuser haben einen südländischen Flair.

 

  

Der Platz vor dem Haus der Künstler. Das Haus der Künstler. Eine der vielen Kirchen in Vilnius. Auch eine Kirche, auch wenn es von außen nicht so aussieht. Von innen eine sehr, sehr schöne sogar :).

Und noch etwas. Vor letzte Woche waren mit mit den Kinderm in Elektrenai am See baden. Ihnen hat es sehr gefallen und einige von ihnen wollten gar nicht wieder heim. Wir haben ihnen versprochen noch einmal nach Elektrenai zu fahren, nun allerdings ins Schwimmbad. Werden wir diese oder nächste Woche auch mal tun.

Am See in Elektrenai. Der See in Elektrenai.

Und nun noch ein niedliches Bildchen zum Schluss:

Tag 40: Ausflug nach Kernave zu den Mittelalterhügeln

Dienstag, 11.09.2012

Sonntag:

Nachdem wir ausgiebig ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, haben wir uns auf den Weg nach Kernave gemacht, ohne so richtig zu wissen, was uns dort erwartet. Wir hatten Samstag Abend Agne (eine Betreuerin) gefragt, ob sie uns denn nicht etwas für Sonntag empfehlen könnte. Den Abend zuvor hatte sie noch verneint, Sonntag morgen jedoch meinte sie, dass wir doch nach Kernave fahren könnten, da gäbe es Berge aus dem Mittelalter. Wir auf der Karte nach geguckt wo wir hin müssen, schön abfotographiert und los ging es. Das Örtchen hatten wir auch schnell gefunden, die Mittelalterhügelchen erst nach Fragen. Dort angekommen hatten wir einen echt wunderschönen Blick. Aber überzeugt euch selbst Zwinkernd.

Franzi in ihrem heißgeliebten Bus.

Danach ging es weiter nach Elektrenai zum Maxima um im CanCan Pizza uns ein Eis zu gönnen und noch Kleinigkeiten zu kaufen. Dann ging es leider schon wieder ins Kinderheim zurück Stirnrunzelnd.

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